Was nicht passt, wird … angestückelt

Im Moment bin ich ziemlich motiviert, was das Nähen angeht. Wir wissen, es gibt auch andere Phasen ;) Aber es kommt mir ganz gelegen, denn so habe ich das Gefühl, meiner Das-muss-noch-vor-den-Festivals-gemacht-werden-und-du hast-nur-noch-3-Wochen-Zeit!-Liste tatsächlich Herr Frau zu werden.

Metalquilt
Hallo Schafhocker! :)

Also geht es auch weiter mit dem Quilt: Die schön vorbereiteten Teile zusammenzunähen war eine reine Freude. Ich habe zuerst kleinere Blöcke gemacht und bin dann später mit den größeren Teilen ins Wohnzimmer umgezogen. Da ist mehr Platz auf dem Tisch und Fußboden.

Das schöne ist, dass durch die Anordnung der verschieden großen Teile kaum Stellen vorkommen wo man die Ecken genau aufeinander passen muss. Das machte das Nähen sehr entspannt.

Die obere Lage war recht flott fertig. Ich habe sie mir auch direkt mal wie einen Umhang umdrapiert. Total schön! :D Wiegt allerdings wirklich eine ganze Menge, aber das ist vermutlich ein inhärentes Problem bei den T-Shirt-Quilts. Jersey ist einfach schwerer als der typische Patchworkstoff.

Metalquilt
Wie man sieht musste ich mit weißer Bügeleinlage aushelfen, als die schwarze zu Ende ging

Nachdem ich genug vor dem Spiegel rumgeposert hatte, habe ich dann mal alles auf dem Boden ausgebreitet. Oberlage, Flausch und den fertig vorgewaschenen Rückseitenstoff. Und? Die Rückseite ist zu schmaaaal! Argh! Das hatte ich befürchtet. Das sind gar keine 150cm Breite. Also ist mir nichts anderes übrig geblieben als zu stückeln, aus einem großen und zwei kleinen Teilen. Das wird dann hoffentlich nicht so sehr auffallen, aber es nervt mich, weil dann ja doch wieder Linien auf der Rückseite sind, die im schlimmsten Fall schief zu den Stepplinien sind und dumm aussehen.

Nach einer Schmollpause habe ich dann trotzdem die Rückseite zusammengenäht und gebügelt und wieder alles ausgebreitet. Diesmal endgültig. Die drei Lagen wurden mit allen Sicherheitsnadeln die ich habe zusammengepinnt. Dann trotzdem noch ein paar Mal geheftet. Geht zwar auf den Rücken, gibt mir aber das Gefühl nicht geschludert zu haben.

Metalquilt
Sieht man da überhaupt die Sicherheitsnadeln?

Und so langsam bekommt man schon einen Eindruck wie das als wattierte Decke sein wird. Faszinierend zu beobachten wie sich die Wahrnehmung mit jedem Arbeitsschritt verschiebt.

Weil jetzt alles schon so hübsch vorbereitet war, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, die ersten Steppnähte direkt zu machen. Ging ganz gut, etwas sauberer hätte ich heften können, an ein paar Stellen hat sich der Oberstoff etwas verzogen. Wird aber später nicht groß stören, denke ich.

Metalquilt
Wird langsam etwas unhandlich…

…ist aber echt flauschig. Das preiswerte Vlies macht sich bisher sehr gut!
Metalquilt
Hier ist etwa die Hälfte gesteppt. Wie man sieht verlaufen nicht alle Steppnähte entlang der Patchwork-Kanten. Die großen Motive bekommen ein paar Linien kreuz und quer. Ich hoffe die Lady in der Badewanne stört sich nicht zu sehr daran. :D

Bis auf das Navigieren der Flauschmasse unter der Maschine und der ungesunden Haltung am Wohnzimmertisch war das Absteppen eigentlich kein Problem. Als ich dann irgendwann alle Linien hatte, habe ich noch eine Maschinen-Heftnaht rundherum gemacht und die überstehenden Kanten abgeschnitten. Die Ecken habe ich minimal abgerundet, dann wird das mit dem Schrägband einfacher.

Und dann, als ich fast komplett rum war mit dem Schrägband, passierte das:
Metalquilt
Die Rolle war zu Ende! 30 cm vor Schluss! Neiiiiiiin!

Zum Glück hatte ich noch mehr schwarzes Band (wenn auch nicht ganz genau das gleiche Schwarz) und habe das zähneknirschend angesetzt. Gemischtes Schwarz passt ja auch prima zu den verschieden ausgewaschenen Shirts… ;)

Und das ist der aktuelle Stand. Die Schmusedecke wartet darauf, dass ich das Schrägband von Hand auf der Rückseite annähe.

Metalquilt

 
Und hier noch was aus dem Netz. Kann ja nicht schaden zu sehen, was andere Leute so für tolle Metalquilts machen:
Hätte ich diesen Herrn früher entdeckt, hätte ich mir vermutlich auch was flotteres einfallen lassen für die Platzierung der Motive. Das hier ist doch wohl mal EPISCH!
Und hier gefällt mir das Quilting ganz besonders gut (und wie viele Enslaved-Shirts kann man bitte besitzen?! Der Wahnsinn! :D) Wenn ich mir das ansehe hätte ich meine Decke auch gerne motivnah gequiltet. Aber dafür hätte ich definitiv erst mehr Übung mit dem Freihandnähfuß gebraucht. Oder ich hätte die Programmbibliothek Freihandquilten runterladen und in meinem motorischen Cortex installieren können. :D

8 Gedanken zu „Was nicht passt, wird … angestückelt

  1. „Oder ich hätte die Programmbibliothek Freihandquilten runterladen und in meinem motorischen Cortex installieren können. :D“

    Ich glaube ich muss auch auf Bioport upgraden. Die herkommliche Installation über Peripheriegeräte braucht immer so lange.

    *g*

    Achso: Und sieht schon soooo flauschig aus!
    Beim nächsten Mal nehm ich auch Vlies statt Fleece (Tätää!).

  2. Jahaaa! Wenn du wüsstest, wieviele Sachen ich gerne einfach so in meinen motorischen Cortex runterladen würde… Maschinenquilten gehört definitiv dazu.
    Und das mit dem Pech und kurz vor Ende ausgehende Nähutensilien kenne ich nur zu gut, aber ich bin sicher, deine Decke wird toll, auch wenn sich vermutlich die ganze Forumsgemeinde noch etwas von Mr. Venom abgucken könnte, was Metalquilts angeht. Ich meine, wie geil sind die denn bitte!

  3. Oh mann die Quilts von Mr. Venom!! Sind die toll! Aber hey – deiner rockt auch, der muss sich gar nicht verstecken. Ich finds auch gut dass du dich von den Widrigkeiten nicht aufhalten lassen hast und weitergemacht hast, solche Sachen werden dann meistens die besten wenn man weiter macht :)

    Und ich hab grad etwas gelacht als ich mir dachte: Hui was macht meine Nähmaschine bei Natron auf dem Foto? Hihihi. :D

  4. Ich find’s gar nicht so schlecht, dass die Quiltnähte nicht immer mit den Stückkanten übereinstimmen. Das macht es irgendwie „echter“…
    Und die verlinkten Quilts sind zwar schön, aber ich glaube, ich könnte die dann überhaupt nicht mehr benutzen, weil so furchtbar viel Arbeit drinsteckt (und es ja eigentlich mehr Kunst als Alltagsgegenstand ist).

  5. Oh, das sieht schon mal alles sehr vielversprechend aus, ich bin schon so auf das Endergebnis gespannt!

    Und ich bin total überrascht, als ich gelesen hab, dass su Schrägband benutzt, ist das sehr breites?

    Bei meinem Quilt damals wäre das garnicht gegangen, durch das dicke Vlies, so musste ich mich nach anderen Möglichkeiten umsehen und hab dann mit Hilfe von Videos die Rückseite eingeschlagen (was auch im Endeffekt zu meiner besser gepasst hat)

    1. @Mara: Mein Vlies ist nur 1cm dick (und lässt sich sehr dünn zusammendrücken), insofern ging das mit dem Schrägband gut. Die Rückseite umzuschlagen hatte ich auch kurz überlegt, das sieht ja schon etwas edler aus. Aber dafür hätte ich rechtzeitig mitdenken und die Steppnähte alle über die Oberlage hinaus verlängern müssen, damit das einheitlich wird. Naja… beim nächsten Mal dann ;)

  6. Die Decke ist der Knaller. Da hat´s sich gelohnt, die Shirts für zu opfern. Bin schon auf den Endzustand gespannt. :)

    Und, omfg, wie genial ist denn der Teufelquilt?! o.O

  7. Motorischer Cortex? Höchstens dort entpacken! (außer das bleibt der einzige Quilt….)

    Empfehle eher die Installation nach C:\Cerebellum und B:\Basalganglien (-> prozedurales Gedächtnis!). Bleibt dann ewig…

    *Trolloloooooo*

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