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run to the hills

Die Handnäh-Phase kommt langsam zu einem Ende, merke ich. Jetzt habe ich auch mal wieder was genäht, das man anziehen kann. Dafür müssen wir nur kurz zum Anfang des Jahres zurück gehen:

Laufstrecke

Der Januar ist mein Lieblingsmonat. Zwischen den Jahren ist Zeit runterzukommen, zu entspannen. Alles was vor Weihnachten war liegt jetzt eine gefühlte Ewigkeit zurück, eine andere Zeitrechnung. Und wenn dann das neue Jahr beginnt, scharre ich mit den Hufen etwas neues anzufangen. Im Januar ist alles anders, besser, schöner, spannender. Das Jahr ist noch ganz unverbraucht und unbeschädigt, aufgeladen mit frischer Energie, Plänen, guten Wünschen. Und ich habe Geburtstag, das hilft auch. :D

Dieser Januar fühlt sich im Rückblick richtig gut an, es hat sich was getan. Ich habe meine Entscheidung, das Natron&Soda-Projekt zu beenden öffentlich gemacht und angefangen Webseite und Forum abzuwickeln. Das ist keine Kleinigkeit, nach 14 Jahren in denen ich Zeit, Arbeit und Liebe investiert habe. Aber es fühlt sich richtig an und gibt mir Energie für Neues.

Und noch etwas hat meinen Januar zu einem tatsächlichen Neustart gemacht. Sport. Ich weiß, das ist das größte Klischee unter den guten Vorsätzen. Ich zögere auch ein wenig es als Vorsatz zu bezeichnen, weil Vorsätze meist Dinge sind von denen man weiß dass man sie machen sollte aber eigentlich nicht viel Lust drauf hat. Und so ist es nicht. Ich hatte einfach Bock Laufen zu gehen, also mache ich das jetzt.

Laufstrecke

Ich habe so eine wunderschöne Laufstrecke direkt vor der Haustür, es wäre ein Verbrechen sie nicht zu nutzen. Und Laufen ist ein Sport nach meinem Geschmack. Ich kann mir meine Zeit selber einteilen, brauche keine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio oder Sportverein, bin draußen, bin alleine unterwegs, muss mich nicht vergleichen mit den Ergebnissen oder Werten anderer wenn ich nicht will. Ich laufe einfach los, freue mich an der schönen Umgebung, nehme die Luft wahr, das Wetter, die Natur, die Vögel, und mein Kopf schaltet auf Leerlauf. Das ist eine Miniauszeit mit anschließendem Duschen.

Laufstrecke

Okay, und wo ist jetzt der Punkt an dem es endlich um Klamotten geht? Kommt sofort. Ich habe nämlich Sportklamotten genäht. Das ist schon ein wenig neues Terrain, weil die Anforderungen andere sind als bei Alltagskleidung. Vor allem aber sind die Materialien andere. Kunstfaser, um die ich üblicherweise einen großen Bogen mache, ist hier der Star. Denn Polyester nimmt weniger Feuchtigkeit auf als z.B. Baumwolle und hält den Körper deswegen trockener (und damit warm, zumindest jetzt im Winter).

Laufleggings

Also habe ich (nicht ohne die Überwindung einer kleinen Hemmschwelle) Polyesterjersey gekauft, mit schwarz-weißem Schriftmuster. Daraus habe ich mir eine Laufleggings genäht. Was unterscheidet eine Laufleggings von einer normalen Leggings? Sie hat auf der Rückseite eine versteckte Tasche für Schlüssel und Handy, das ist schon das ganze Geheimnis, zumindest was mich angeht. Für den Bund habe ich ein orangefarbenes Gummiband verwendet, als kleinen Farbtupfer.

Laufleggings

Die Tasche war in diesem Fall relativ einfach gemacht (naja, bis auf den Punkt wo man einen Reißverschluss in Jersey einnähen muss) weil ich den oberen Teil der Hose sowieso gedoppelt habe. Der Stoff war mir einlagig zu durchsichtig, und so kann ich auch gestreifte Unterwäsche tragen ohne dass es auffällt.

Laufleggings

Zusammenfassung Leggings

Schnitt: ‚Carol‘ von burdastyle.com
Änderungen: Gummiband für den Bund verwendet, Tasche ergänzt
Material: 1,2m Jersey (buttinette.de)

4 Antworten auf „run to the hills“

Ich möchte jetzt auch wieder mit dem Laufen beginnen, ich mache ja jedes Jahr Winterpause. Deine Leggings ist total schön geworden, das ist bestimmt eine tolle Motivation.

Schade zu hören, dass es mit N&S ein Ende nimmt. Aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn’s am schönsten ist. Sportsachen sind auch so ein Projekt, was ich immer mal machen wollte, mich aber noch nicht rangetraut habe. Ich hab bei „normalen“ Polyesterstoffen, ohne spezielle Ausrüstung oder Funktionskennzeichnung, immer die Angst, dass die dann ganz furchtbar plastiktütig sind oder stinken. Hast du einfach normalen Stoff genommen? Und auch schon in der Praxis getestet? :)

@Maren: Ja, ich habe ganz normalen Polyesterjersey genommen. Diese Leggings habe ich bisher erst ein Mal in Aktion gehabt, ich finde den Stoff überraschend angenehm auf der Haut weil er so glatt ist. Es gibt aber sicher auch andere Beispiele und Stoff der mehr wie Plastiktüte daher kommt. Einen Unterschied zu gekauften Sportsachen (bei denen man irgendwelche speziellen Funktionsstoffe erwarten könnte) konnte ich jedenfalls nicht feststellen.

Hallo Natron,

schade zu hören, dass N&S ausläuft. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch, dass jedes Ding seine Zeit hat und nichts so beständig wie der Wandel ist. Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Umsetzung von neuen Projekten und reichlich Ideen für die neue frei gewordene Zeit.

Liebe Grüße
Rubina

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