Echolot-Mantel: Anleitung

So siehts bei mir aus:
Echolot-Mantel Echolot-Mantel
Hier die erste Version

Material
250 x 150cm Stoff. Wer kein so großes Stück hat, kann auch prima was zusammensetzen (mehr dazu weiter unten). Eine Kombination von zwei verschiedenen Stoffen geht ebenfalls prima.
Als Material eignen sich alle bi-elastischen Stoffe, also zB Jersey, Strickstoff, Fleece… Wählt keinen zu schweren Stoff, es ist ja doch eine ganze Menge Material und wenn viel Gewicht zusammen kommt, verleiert sich der Mantel beim Tragen schnell.

Preis
Wenn wir von einem mittelpreisigem Stoff ausgehen liegt man hier bei etwa 20 Euro.

Anleitung
Im Grunde besteht der Mantel aus einem Rechteck und zwei Trapezen für die Ärmel. Das Rechteck sollte etwa 150 x 200 cm groß sein. Wenn der Stoff den ihr verwenden wollt schmaler ist, dann kann man prima Streifen ansetzen. Oder man kombiniert mit einer Mittelnaht (liegt später im Rücken) zwei Teile zu einem großen. Bei einem kleineren Rechteck wird der Mantel insgesamt kürzer, auch das kann gewollt sein. Im Zweifel probiert es aus, man kann zum Glück auch nachträglich immer noch anstückeln.
Ganz geschickt wäre es, die Webkante des Stoffes direkt an der Außenkante zu platzieren und sich so das Versäubern dieser Kante zu sparen.

Die Trapeze schneidet ihr nach folgendem Plan aus:
Schema Ärmel
(Punkt A brauchen wir später noch)
Nahtzugaben von 1cm müsst ihr noch dazu zeichnen. Ihr könnt natürlich auch breitere oder schmalere Nahtzugaben machen, ich empfehle hier aber 1cm. Am Saum (das ist die kurze Kante, im Schema rechts) gebt ein wenig mehr Nahtzugaben, damit ihr die Kante doppelt umfalten könnt.
Eine richtige Ärmelkugel braucht es hier nicht, da die Ärmel weiter außen sitzen als üblich.

Zuerst versäubert ihr die schmale Kante (den späteren Ärmelsaum). Dort könnt ihr den Stoff zwei mal umschlagen und mit einem elastischen Stich festnähen, einfach abketteln oder wenn ihr wollt sogar ein richtiges Bündchen ansetzen (dafür zuerst die Ärmel zu einer Röhre schließen).

Dann näht ihr jeden Ärmel entlang der langen (im Schema schrägen) Kante zusammen, so dass eine Art Röhre entsteht. Versäubert gegebenenfalls die Nahtzugaben dieser Naht.

Damit sind die Ärmel soweit fertig.

Das Hauptteil breitet ihr vor euch aus und messt dem Schema folgend die Schlitze für die Ärmel ab.
Schema Hauptteil
Nahtzugaben braucht ihr hier keine zugeben.

In der Mitte (senkrechte Mittellinie) messt ihr von der Oberkante 50 cm ab. Von diesem Punkt zeichnet/messt eine waagerechte Linie (parallel zur Oberkante) mit insgesamt 50cm Länge (25cm zu jeder Seite). An den Endpunkten dieser Linie befinden sich die oberen Enden der Ärmelschlitze (obere rote Markierungen). Von diesen Punkten auf einer gedachten Linie zu den jeweiligen unteren Ecken des Stoffs je 20cm abmessen. Dort befinden sich die unteren Enden der Ärmelschlitze (untere rote Markierungen). Wirklich markieren müsst ihr nur die Schlitze, alles andere sind Hilfslinien.

Der Abstand zur oberen Kante (50cm) ist so groß, damit diese Weite als eine Art Kapuze über den Kopf gezogen werden kann. Wer das nicht möchte kann dort auch nur 20cm nehmen (dann wird der Mantel nach unten hin länger, das entsprechend berücksichtigen).

Der Abstand zwischen den Einschnitten (waagerechte 50cm-Linie) entspricht grob der Schulterbreite (etwas mehr, denn die Ärmel sitzen weiter außen). Je nach dem wie stark elastisch der Stoff ist (und wie schwer) kann sich das mit der Zeit etwas ausleiern, dann rutschen die Ärmel zu weit nach außen. Im Zweifel kann man deswegen von vornherein einen geringeren Abstand wählen, oder man näht dort ein Gummiband auf, das die Weite zusammenhält (das lässt sich auch im Nachhinein machen).

Abgemessen ist alles, jetzt kommt der Teil der etwas Mut erfordert: Schneidet die Schlitze auf. Dabei lieber erst mal zu vorsichtig sein, verlängern lässt sich der Schnitt später immer noch.

In die Schlitze näht ihr jetzt die Ärmel ein. Dabei trifft die Ärmelnaht auf das untere Ende des Schlitzes und der gegenüberliegende Punkt A auf das obere Ende. Da der Schlitz keine echten Nahtzugaben hat, muss man an den Enden etwas ziehen um die Rundung hinzukriegen. Versucht bei etwa 1cm Nahtzugabe zu bleiben.
Das Einsetzen kann etwas fummelig sein. Bevor ihr verzweifelt, versucht die Naht erst mal zu heften. Von Hand hat man mehr Kontrolle als mit der Nähmaschine und bekommt die Schlitzenden besser hin. Wählt für die Nähmaschine auch hier einen elastischen Stich. Dann schneidet die Nahtzugaben gegebenenfalls auf die gleiche Länge und versäubert sie gemeinsam.

Probiert den Mantel an und entscheidet ob euch die Länge so gefällt. Schneidet die Kanten gegebenenfalls zurecht. Dann alle Kanten versäubern. Hier kann man zB auch gut ein Einfassband verwenden.

Und das war es auch schon. Drapiert den Mantel um euch herum, probiert einen Gürtel dazu, posiert mit der Kapuze, habt Spaß! :)

Variationen
Das Hauptteil lässt sich wunderbar aus verschiedenen Stoffen zusammensetzen. Bei ganz leichtem Material kann man es sogar füttern. Oder verziert es mit Borten, Fellkanten, Motiven..
Die Ärmel könnt ihr auch ausgestellt, kürzer oder ganz nach Vorlieben machen. Wie gesagt, eine Ärmelkugel brauchen wir bei diesem Schnitt nicht, das macht es um einiges leichter.

Empfehlung
Alles sehr geometrisch, eigentlich kein Problem. Nur das Einsetzen der Ärmel braucht etwas Geduld und/oder Erfahrung.

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