Die Geisterjacke

Jetzt gibts endlich mal was zu sehen im Projekt Larissa goes East: Das Probeteil!

Aber der Reihe nach:
ParallelverschiebungZuerst kamen die Schnittänderungen. Ich habe verschiedene Jacken aus meinem Kleiderschrank ausgemessen, die meisten vergleichbaren sind etwa 55cm lang (rückwärtige Mitte). Larissa im Original misst knapp 50cm. Ich habe also 5cm dazu gegeben. Auf dem Schnitt sind zwei Linien für die Anpassung, eine oberhalb der Brust, eine oberhalb der Taille. Burda hatte irgendwo mal geschrieben, dass man bei Längenanpassungen etwa 1/3 im oberen Bereich und 2/3 im unteren machen sollte. Kriegen wir hin. :) Ich habe oben 1,5 und unten 3,5 cm genommen.
Larissas Ärmel sind etwa 64cm lang, ich denke das ist ausreichend. Werden wir dann spätestens beim Probeteil sehen.

Um die Änderungen am Schnitt zu machen würde man wohl üblicherweise Papierstreifen in 1,5 und 3,5 cm Breite zuschneiden und dazwischenkleben. Eine Idiotenarbeit. Deswegen habe ich die Verlängerungen gleich beim Abzeichnen des Schnitts dazugegeben. Dazu braucht man transparentes Papier, das man über den Schnitt legt. Ich habe bei jedem Teil das verlängert werden muss zuerst alles unterhalb der unteren Markierung durchgepaust, dann an der Markierung eine Linie gezogen und eine weitere mit 3,5cm Abstand parallel dazu. Dann das Schnittteil mit der Markierung an die neue Linie rangeschoben und alles bis zur nächsten Markierung abgemalt. Dort das gleiche mit den 1,5cm wiederholt. Und zum Schluss die Kantenverläufe angeglichen.

Die weiße Frau

Als Probestoff dient eine ausrangierte Bettwäsche (mit Herzchen :D). Mein Freund, als er das Probeteil gesehen hat: „Das ist doch Bettwäsche!“ -„War, Schatz. War.“ :)
Der Stoff ist ziemlich dünn, das ist ein bisschen ungünstig für das Probeteil aber muss jetzt gehen. Abgemalt und ausgeschnitten habe ich beim Fernsehen, dann ist es nicht ganz so eine langweilige Arbeit und außerdem ist im Wohnzimmer genug Platz auf dem Boden. Probestoff ist genug vorhanden, deswegen habe ich sogar zwei Ärmel zugeschnitten. Mit einem kann man immer so schlecht sehen wie viel Weite im Rücken tatsächlich ist.

Als ich alles fertig hatte ist mir ein Denkfehler aufgefallen. Wie erwähnt habe ich die Ärmel nicht verlängert. Da allerdings die obere Markierungslinie bis in den Armausschnitt reicht muss man die Ärmelkugel auch verlängern wenn man da dran was macht, sonst passt es nicht mehr. Bzw geht dann die ganze Mehrweite für das Einhalten raus, man kriegt den Ärmel mit Ignorieren der Markierungen vielleicht trotzdem rein, aber er sieht halt schlapp aus. Einhalten hat ja doch einen Sinn. Ich glaube das ist was bei diesem Modell passiert ist. Das gefällt mir eigentlich und in blau echt gut, aber wenn man darauf achtet… die Ärmel *könnten* besser aussehen. ;)
Aber sowas passiert, hatte ich ja zuerst auch übersehen. Also haben die Ärmelteile dann auch die 1,5cm mehr bekommen, diesmal sogar mit Papierstreifen. ;) Falls das zu lang wird kann man zur Not weiter unten wieder was rausnehmen, aber vielleicht ist es ja gar nicht übel.
Dann also noch mal neue Ärmel zugeschnitten. Zum Glück ist mir das nicht mit dem Wollstoff passiert! Da habe ich sparsam eingekauft, bin froh wenn der überhaupt reicht…

Beim Zusammennähen sind mir keine großen Überraschungen passiert. Die Ärmel habe ich ein bisschen hux flux eingesetzt, da sind so kleine Fältchen entstanden… beim Wollstoff gebe ich mir da mehr Mühe. ;) Wie man sieht ist der Stoff echt dünn, deswegen fällt es nicht ganz glatt und der Kragen hat auch null Motivation.

Die weiße Frau Die weiße Frau

Ich habe das Probeteil natürlich auch angezogen, auch mit dickem Pulli drunter, dafür ist es ja gedacht. Es gibt nur der Einfachheit halber Fotos auf der Puppe.

Die Länge stimmt auf jeden Fall jetzt, gefällt mir gut. Auch die Taschen sind an guten Positionen. Vielleicht mache ich den Bund noch 1cm breiter, aber das ist es dann auch mit Änderungen. Die Weite im Rücken ist richtig gut durch die Bewegungsfalten. Das ist ein Designelement das ich jetzt erst richtig schätzen kann. Die Ärmel sind mit ihren 1,5cm zusätzlich einen Ticken lang, was ich aber gar nicht übel finde. Hab schon genug Jacken mit zu kurzen Ärmeln ;)

 
PS: Was macht ihr eigentlich später mit euren Probeteilen, falls ihr welche macht? Wegschmeissen, aufheben, wiederverwenden, verfeuern?

7 Gedanken zu „Die Geisterjacke

  1. Probeteile aus Bettwäsche oder anderen Doof-Stoffen landen im Müll. Ausser, es sind wirklich große Stücke. Die landen in der Probestoff-Kiste *g

    Probeteile aus einem sehr günstigen, schlichten Stoff, kommen in die UFO-Kiste und warten darauf, irgendwann mal fertiggestellt zu werden. Allerdings gibt es dann auch Verarbeitungsunterschiede. Bettwäsche-Probeteile werden „hingerotzt“, also nur so genäht, dass man sieht ob der Schnitt sitzt oder nicht. Die Probestücke aus netten Stoffen werden ordentlich. Wenn der Schnitt aber vorne und hinten nicht sitzt, wandert das Teil natürlich in den Müll.

  2. Meine Probeteile werden je nach Größe entweder aufgehoben und wiederverwendet oder weggeschmissen. Meistens sind das auch echt hässlich bedruckte Stoffe, so dass mir das nicht so weh tut.

    Dummerweise hab ich mittlerweile mehr Probeteil-UFOs als Klamotten-UFOs oO

  3. Uii auf die Jacke bin ich gespannt :)

    Genau die selbe Frage hab ich mir auch vor einigen Wochen gestellt. Mittlerweile nutz ich einiges zum Probenähen von Ziernähten / Stickereien oder aber ich probier aus wie man was richtig näht (Ämelschlitz zB). Tja… Aber ich hab auch erstmal einen Haufen an Probeteilen hier.

  4. Wie Neise||a verwende ich große Teile weiter für kleinere Probeteile, der Rest ladnet irgendwann im Müll – natürlich sämtlicher Reißverschlüsse, Knöpfe etc. beraubt. ;)
    Normalerweise nehme ich alte ausrangierte Bettwäsche – entweder die ganz grausligen 70er-Jahre-Teile, die meine Ma noch irgendwo rumfliegen hat oder Kinderbettwäsche von mir und meinem Bruder. Da ist es dann auch nicht schade drum.

  5. So eine Jacke habe ich ja aus Leder, und habe die stark abgeaendert, hatten wir uns vor einem Jahr mal auf dem Burgtreffen drueber unterhalten. Ist bei diesem Schnitt eigentlich auch ein Gummiband zwischen den „eingefalteten“ Teilen am Ruecken? Das ist naemlich bei meiner Lederjacke so und verbessert den Sitz enorm, fuer dein Wollstoff-Originalteil sicherlich auch eine gute Idee.

    Ich find deine geplante Jacke super, ich traeume immer noch von dem Mantel, den Esmeralda(?) mal nach einem „verlaengerten“ Schnitt von so einer Motorradjacke genaeht hat und habe schon Schnitt und Stoff dafuer rumliegen. Leider habe ich schon einen tollen Mantel, und daher nicht wirklich „Bedarf“.

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