Noch ein Stück Pustekuchen?

So, jetzt könnte es ja mit der Jacke richtig losgehen. Alle Schnittmusterteile sind verlängert, das Probeteil ist abgecheckt.

Aber? Genau.

Stoffauflage mit Hilfe von Axel Springer

Weil es mich schon fast den gesunden Schlaf gekostet hat, habe ich jetzt als erstes die Teile alle mal auf den Wollstoff aufgelegt. Wie erwähnt habe ich nicht die von Burda vorgeschlagenen 195cm Stoff sondern nur *nuschel* 150. Es war ein Coupon, das ist das einzige was ich zu meiner Verteidigung anbringen kann. ;)
Aber ich bekomme alle Teile raus, bis auf den Kragen und den Bund, die nur jeweils einmal. Die Unterseite vom Kragen kann ich gut auch aus Futterstoff machen, das stört nicht. Nur beim Bund geht das nicht, die anderen Besätze innen sind alle aus Wollstoff, das sieht blöd aus wenn der Bund nicht mitmacht.

Ein jedes Ding hat zwei Seiten

Und als wäre das nicht genug Drama ist mir auf der eine Seite des Stoffs eine Linie aufgefallen, an der er wohl gefaltet war, die ist leicht dunkler (ja, gewaschen ist der Stoff schon). Quasi ein mal in der Mitte rüber. Deswegen würde ich diese Seite als Innenseite verwenden. Der Stoff hat eine glatte und eine texturierte Seite, ich weiß gar nicht welche als Oberseite gedacht ist, sehen beide gut aus. Die Linie ist auf der glatten Seite.

Aber halb so wild. Wie sich das für einen guten Zylon gehört, habe ich natürlich einen Plan. :D

Zuerst werde ich noch mal versuchen die Teile anders anzuordnen und die Bundinnenseite nicht im Stoffbruch und/oder mit orthogonalem Fadenlauf zu schneiden. Und wenn das auch nicht rausgeht habe ich bei Karstadt bereits nach Alternativen gespäht. Kein Wollstoff dann, der ist preislich nicht in meiner Liga. Aber durch das Zwischenfutter und die vielen Nähte kann ich auch einen dünnen Oberstoff nehmen und da hätten sie ein paar feste Jerseys in der Farbe. Die haben ja eine ähnliche Oberseite wie glatter Wollstoff. Außerdem gibts noch bezahlbares Lederimitat in off-white, dann würde ich vielleicht doch noch zu meiner dritten Lederjacke kommen.

 

Und es gibt auch konstruktive Neuigkeiten. Ich habe die Vorlage für das Patchwork gezeichnet. Das war etwas anstrengend weil ich dabei die ganze Zeit am Boden rumgeturnt bin, aber mit der Unterstützung eines großen Metalllineals und eines Geodreiecks keine große Denkleistung.

Die Vermessung der Sonne

Ich habe die Futterteile für Rücken, Seiten- und Vorderteile zu diesem Zweck noch mal auf festem Papier abgezeichnet. Mir ist wichtig, dass das Muster an so wenig Nähten wie möglich unterbrochen wird. Die Vorder- und Seitenteile habe ich deswegen zusammengeklebt und behandle sie wie eins. Das geht weil die Naht da ganz gerade ist. Zwischen Rücken- und Seitenteilen sind versteckte Abnäher, da wäre das viel aufwändiger.

Im Rücken ist die Bewegungsfalte schon eingezeichnet. Das ignoriere ich und nehme das Muster so als wenn es auf den Stoff aufgedruckt wäre. Das faltet sich dann zwar ein, aber diese kleinen Stellen am Nacken und am Bund sind nicht so dramatisch dass es sich lohnen würde dafür das Muster anzupassen. Und in der Mitte geht die Falte eh auf, bzw werde ich sie dort glattbügeln.

Die Vermessung der Sonne

Die Sonne hat 16 Strahlen, das bedeutet ich habe 32 Streifen und einen Kreis. Als Vorlage für den Kreis habe ich den Deckel einer leeren Haribo-150-weiße-Mäuse-Dose genommen die als überdimensionierter Tischmülleimer auf meinem Nähtisch steht. Der hat 18 cm Durchmesser. Das ist groß genug, so geht die Sonne in dem ganzen Muster nicht unter (wie auch, ist ja eine *aufgehende* Sonne :D).

Die Vermessung der Sonne

Alle Teile werden markiert mit Farbe, Position und Fadenlauf damit ich später noch durchblicke. Patchwork an sich ist ja schon mal nicht ganz trivial und dann auch noch mit Futterstoff. Im Sinne meiner geistigen Gesundheit werde ich den also nicht solo verarbeiten sondern mit Bügeleinlage verstärken. Deswegen zerteile ich den Papierschnitt auch nicht sondern zeichne das direkt so auf die Einlage ab und zerschneide die dann. Auch hier wieder mit den Markierungen. Wichtig: Der Stift darf nicht durchscheinen und sollte wenn möglich in der Wäsche verschwinden. Deswegen nehme ich einen weichen Buntstift, der verhält sich fast wie Kreide.

Sonnenpuzzle

Die Teile aus Einlage haben jetzt keine Nahtzugaben, die muss ich beim Aufbügeln berücksichtigen und natürlich auf den Fadenlauf achten. Die Kante der Einlage ist gleichzeitig die Nahtlinie, deswegen muss ich nichts weiter aufmalen, das ist schon mal ein Vorteil. Alle Teile sollen vor der Weiterverarbeitung versäubert werden. Weil das fast 50 sind nehme ich die nächste Woche mit zu Soda und lasse das von ihr mit der Overlock machen. Geht schneller und sieht ordentlicher aus.

Sonnenpuzzle

10 Gedanken zu „Noch ein Stück Pustekuchen?

    1. @Teli: Doch doch, hat sie, sieht man nur nicht auf dem Foto. Ich hab aufgegeben die mit Buntstift zu markieren und orientiere mich am Fadenlauf der Einlage. Trick 17. :D
      Mal sehen wie viel wahnsinniger ich noch beim Zusammennähen werde… ;)

  1. Oha, beim Futter würde ich ja schon vom puren drüber Nachdenken wahnsinnig ;D Naja, dafür wird es ja später einfach *zu* gut aussehen^^

    (aber morgen wird erst mal der Second Hand Laden deines Vertrauens inspiziert :D hooray)

  2. wie föhrst du eigentlich immernach berlin ..mit dem zug oder mit dem bus

    ich wollte es mal mit dem bus probieren ,trau mich aber nicht so recht ..ich bin in solch grossen städten ,cie ich noch nie gesehen habe immer völlig orientierungslos

  3. „(aber morgen wird erst mal der Second Hand Laden deines Vertrauens inspiziert :D hooray)“

    der da wäre ;)?

    und ja, ich glaub ich würde auch schon allein vom draufsehen anfälle bekommen, aber es wird sicher ganz bestimmt lohnen!

    *gespannt weiter wart*

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