Going Kimono – Gone

Ich hatte Fotos von meinem Kimono versprochen. :)
Man erkennt, dass ich die Bilder an drei verschiedenen Tagen oder zumindest mit drei verschiedenen Weißabgleichen gemacht habe. Wie unterschiedlich Grau so aussehen kann. Das ist vielleicht die am schwierigsten zu fotografierende Farbe.

Auf dem Bügel, für eine erste Übersicht:
Vorne
Kimono

Hinten
Kimono

Und ein Blick in die Innenseite. Die liebe ich mit ihren geradezu technisch anmutenden Konstruktionsdetails sehr. Wie man sieht habe ich meine Markierungen noch nicht ausgewaschen.
Kimono

Innen habe ich ja noch eine ganze Menge gemacht: Den Kragen/Blende-Streifen von Hand festgenäht, das Ärmelfutter, Einfassband, Taillenband und sonstige Bänder. So sieht man von außen an dem ganzen Kleid keine einzige Naht, worauf ich etwas stolz bin. :)

Nächste Runde: Auf der Puppe. Da sitzt es nicht so richtig gut, auch weil der Leinenstoff auf dem Bezug ziemlich anklettet. Aber man ahnt was gemeint ist.
Kimono Kimono

Das Ärmelfutter tendierte dazu unten am Saum rauszurutschen, also habe ich auch das noch entlang der Naht festgenäht. Lauter Kleinigkeiten die den Unterschied zwischen Konfektion und Handarbeit ausmachen.

Details Rückseite
Details Vorderseite
Details Stickerei (da sieht man auch meine Handstiche an der Blende)

Und zum Schluss auch mal angezogen:

Kimono

Sicher ist das ein Stück was man auch gut „edel“ anziehen kann, ich mag es aber lieber etwas lässiger. Zu schmalen Hosen zum Beispiel. Vielleicht nicht unbedingt dieses Jerseymodell das ich auf den Bildern trage (war aber so gemütlich ;)).

Kimono Kimono

Die Kombi von dem rauen Leinenstoff und dem glatten Futter ist schon auf der Haut ein echtes Erlebnis.

Kimono

Kimono

Auch ein schöner Look: Mit einem breiten roten Gürtel. Wahrscheinlich ein Riesenstilbruch, aber zu viel Respekt muss man vor Designersachen auch nicht haben, finde ich. ;)
Kimono

Und jetzt sollte ich wohl noch ein paar zusammenfassende und abschließende Worte sprechen, was? :)
Ich bin ja an dieses komplexe Modell ziemlich siegessicher rangegangen und es hat sich rausgestellt, so schlimm wars auch gar nicht. Die Stellen an denen man etwas rätseln musste haben eher Spaß gemacht als zu frustrieren. Und es ist toll mal mit so einem exklusiven Schnitt gearbeitet zu haben. Auch wenn es sich doch ziemlich lange hingezogen hat und ich zwischendurch auch Phasen hatte in denen ich das Projekt nicht mehr sehen konnte ist es schließlich doch fertig geworden.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde (nicht dass ich ein nächstes Mal plane): Die ganze Blende mit Einlage verstärken, nicht nur eine Hälfte. Den Schulterabnäher doch irgendwie einbauen oder zwei Teile draus mache, denn der schräge Fadenlauf im Vorderteil nervt schon gewaltig. Und vielleicht einen fester gewebten Stoff wählen.

Was ich für die Zukunft mitnehme: Die sorgfältige Innenverarbeitung. So penibel habe ich bisher selten gearbeitet, das ist definitiv etwas das ich für weitere Projekte beibehalten möchte.

Auf der einen Seite ist mein Respekt vor Designerschnitten mit diesem Projekt gewachsen. Hier steckt so viel Raffinesse drin, sowohl von der Konstruktion her als auch vom Design. Das ist definitiv eine andere Liga als die meisten Schnitte die man so erwerben kann. Auf der anderen Seite ist er auch wieder geschrumpft. Einfach weil ichs entziffern und ohne Katastrophenalarm und sogar mit eigenen Änderungen umsetzen konnte.

Ich hoffe ihr hattet Spaß mit dieser ausführlicheren Doku und falls jemand den Schnitt ebenfalls nähen will hilft sie etwas weiter. Falls es da noch Detailfragen gibt könnt ihr mich auch gerne über die üblichen Wege kontaktieren. :)

4 Gedanken zu „Going Kimono – Gone

  1. Uiuiui Natron da hast aber was ganz feines gezaubert.
    Das sieht ja richtig klasse und edel aus. Gerade die Rückenpartie finde ich sehr raffiniert und interessant.
    Kann mir dazu gut eine Leggins und hohe Schuhe vorstellen.

    Absolut Thumbs up!

    lg

    Merle

  2. Das war wirklich ein hochinteressantes Projekt und das Ergebnis ist fantastisch. Unglaublich dass du da durchgestiegen bist. Ich überlege nun mich ebenfalls daran zu probieren, allerdings die kurze Jacke…
    Was mir an deinen Arbeiten so gut gefällt ist, dass du auch auf ein schönes Innenleben achtest. Ich mag deinen genaue Arbeitsweise und lerne gern von dir! Danke also, für das Teilen deiner Erfahrungen.

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