Es wird ernst : Going Kimono – Teil 12

Ich wollte übrigens an dieser Stelle mal ein großes und ganz ernst gemeintes Dankeschön sagen für eure Kommentare hier und im WIP-Thread im Forum. Ich bin immer wieder begeistert und fasziniert wenn ich lese wie das Projekt bei euch ankommt, wenn ihr meine Gedanken nachvollziehen könnt oder auch ganz andere Vorstellungen habt. Und es motiviert wirklich ungemein, zu sehen wie andere die Fortschritte mitverfolgen. Ich fühle mich mit diesem Projekt dadurch wirklich irgendwie „mittendrin“ und nicht wie der einsame Wolf an der Nähmaschine (was für ein Bild … :D). Vielleicht gerade weil ich sonst oft mehr für mich und vor mich hin arbeite und hier dann die Sachen oder Zwischenergebnisse möglichst anschaulich präsentiere ohne aber direkt an meinen Gedankengängen, der Entwicklung und den ganzen Randnotizen teilhaben zu lassen. Ich weiß nicht ob das für euch einen Unterschied macht, für mich fühlt sich diese Dokumentation jedenfalls anders an als die meisten Sachen bisher. Also: Danke für eure An- und Teilnahme. Ich habe tatsächlich ein wenig das Gefühl dass ihr daran „mitarbeitet“ :D

 

Ich habe mir einen detaillierten Arbeitsplan für die weiteren Schritte gemacht um nicht den Überblick zu verlieren. Davon abgearbeitet ist bisher folgendes:

– Stickmuster auf Seidenpapier abzeichnen
Stickmuster
Es ist das selbe das ich letztes Mal probeestickt hatte. Ich habe zwar noch andere Sachen ausprobiert, aber das hier gefällt mir bisher am besten. Auf Sashiko bin ich übrigens auch erst gekommen weil in der Burda 5/2008 ein Kreativteil darüber war. Sie haben es nicht so genannt, aber diese reduzierte Vorstich-Optik hat sich mir eingeprägt. Eins meiner liebsten Burdahefte, da war auch meine Madonna-Jacke drin. Das Heft hat allerdings Soda, also habe ich das Internet für weitere Inspiration und Information bemühen müssen.

– Stoffe bügeln
Bügeln
Die 4 Meter Leinen hatte ich ordentlich genug auf die Leine gehängt, die sind recht knitterfrei, nur das Futter hatte es echt nötig, das kam sehr verknittert aus der Maschine. Die rote Linie am unteren Bildrand ist die Schnittkante die ich vorher mit rotem Faden versäubert hatte, damit der Stoff beim Waschen nicht total ausfranst. Gerade bei Futterstoff eine sinnvolle Maßnahme.

– Schnittmuster noch mal anpassen
Schnittmuster
Diesmal nur Kleinigkeiten. Die Tasche verbreitern, rückw. Besatz abzeichen, den Saum und den Armausschnitt begradigen. Inzwischen ist der Schnitt für das Vorderteil ein Kunstwerk für sich. Wenn ich so ganz professionell wäre würde ich das noch mal abzeichnen, aber irgendwie mag ich diese zerstückelte und „gewachsene“ Optik. Und ich will auch nicht 10 Versionen des Schnitts hier rumzufliegen haben.
Beim Abzeichnen des Besatzes habe ich auch mal die Saumweite ausgemessen: 280 cm! Vorne überlappt das ja ein kleines Stück und hinten durch die Falten sogar erheblich. Die „gefühlte“ Saumweite ist also deutlich weniger, vielleicht 170 cm.
Und dann habe ich noch die Taillenline eingezeichnet. Erst mal am Probeteil. Dafür habe ich mir einen Schnürsenkel um die Taille geknotet (irgendeine dickere Schnur halt) und das Probeteil angezogen. Dann die Schnur darunter ertastet und daran entlang die Linie aufgezeichnet. Das macht sich tausendmal besser als frei Hand, vor allem wenn man keine zweite Person zum Helfen hat. Die Linie habe ich dann am strategischen Stellen ins Schnittmuster übertragen um daran dann später mein Taillenband auszurichten.

– Zuschneiden
Zuschnitt
Was für eine elendige Arbeit! Mein Dank geht hier vor allem an den schwarzen Gelstift der die Arbeit fast alleine gemeistert hat. Leider hat er es nicht ganz ohne meine Hilfe hingekriegt. :D
Im Bild sieht man vorne die Reststücke und hinten den Stapel mit den Schnittteilen. Zum Glück habe ich 4 Meter Leinen gekauft, so wahnsinnig viel ist nicht übrig geblieben, bei weniger Stoff hätte ich ganz schön puzzeln müssen. So konnte ich Vorder- und Rückenteil sogar an der Schulter verbunden zuschneiden (Yay! Keine Schulternaht!).

 

Und dann ist mir kurz vor knapp noch aufgefallen, dass ich das Stickmuster auf die linke Kimonoseite machen will und es dafür spiegeln muss. Das wird nämlich unten auf der Vorderseite platziert, dann ist die Rückseite von der Tasche verdeckt und ich muss keinen bestickten Flicken aufsetzen. Finde ich immer schöner wenn es direkt auf dem Stoff ist.
gespiegeltes Stickmuster

Ebenfalls für das Stickmuster habe ich mal Garne gesichtet. Das hier sind vier mehr oder weniger unauffällige Grautöne. Einer davon wird die Grundfarbe für das Rautenmuster. Ich weiß nur noch nicht welcher.
Grundfarben

Als Effektfarbe für das Karomuster habe ich mal verschiedene Optionen rausgesucht. Je nach dem welchen Grauton man wählt kann man so mehr oder weniger Kontrast mit der Zweitfarbe erzeugen.
Effektfarben
Schön finde ich sie alle: Braun, Korall, Gelb, Dunkelrot, Schilf und Blau. Vielleicht muss ich da mal ein paar Testlinien sticken. Die Stickerei muss ja nicht als erstes gemacht werden, das hat Zeit bis die Seitennähte geschlossen werden. Und bis dahin ist es noch ein ganzes Stück Weg ;)

10 Gedanken zu „Es wird ernst : Going Kimono – Teil 12

  1. Ah, wie gut, dass ich dich auf dem Türkenmarkt doch zu vier Metern überredet habe *g*
    Von den Stickgarnen gefällt mir spontan das dunkelrot am besten, das finde ich am „japanischten“. Schilf wäre aber auch toll. Hm…

  2. Ich bin für Koralle oder Schilf und das zweite grau von rechts.
    Ganz schöne Arbeit, dabei hast du das übelste noch vor dir :-)
    Ich finds übrigens toll, mitzuerleben, wie so ein wahnsinns Teil, das eigentlich einfach ausschaut, aber in der Konstruktion so kompliziert ist, entsteht.

  3. Ich bin ja immer ein Fan von grau und rosa (koralle hier), aber eigentlich gefällt mir die ganze rechte Seite…
    Dunkelrot wirkt allerdings am edelsten. :)

  4. Ich finde, wenn man deinen Blog liest, lernt man was dazu :)
    Zur Auswahl des Sticktwist, schwere Entscheidung. Das dunkelrot ist ganz klar super edel, aber ich find auch das blau und grün sehr hübsch aussehen.

  5. Ich find grau und gelb super – damit liegst du dann auch gleich im Farb-Trend für diese Saison :-D Außerdem find ich die „Spannung“ zwischen den beiden Farben toll.

  6. Ich finde der Schnitt schaut jetzt schon für sich alleine richtig toll aus, mit all diesem angestückelten und verbesserten :) das gibt dem ganzen was „aufregendes“, so eine Art Geschichte. Gefällt mir gut!

    Und ich bin mal ganz konträr zu den bisherigen Meinungen und meine: GELB! Ich bin eigentlich gar kein Gelbfan also soll das was heißen, dass mir das hier so gut gefällt. Fände ich echt schön zu dem grau.

  7. Ich bin für Schilf, das passt mMn am besten zu der Ruhe und Klarheit die dieser (phänominale!) Schnitt in sich trägt.

    Und außerdem: Hut ab, das ist ein geniales Projekt!

  8. Ich find es total klasse und superspannend, an der Enstehung und den Gedankengängen währenddessen teilhaben zu dürfen! Und es ist für mich immer wieder verblüffend, wieviel Arbeit, Mühe und Liebe du in dieses eine Teil steckst. Ich beobachte das voller Bewunderung und werde versuchen, es mir zu merken und mir ab und zu mal vor Augen zu halten, wie viel Zeit man in ein einziges Teil stecken kann und wie toll es dadurch wird.
    Von mir aus kannst du uns gerne öfter teilhaben lassen! :)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben