Das große Finale : Going Kimono – Teil 17

Inzwischen ist der Kimono zusammen. Die einzigen Dinge die ich jetzt noch machen muss sind Handnähte. Aber davon eine ganze Menge. Das habe ich auf „stückweise abends vor dem Fernseher“ verschoben und damit das Work-in-Progress soweit abgehakt. Das Endresultat zeige ich dann wenn die Handarbeiten alle erledigt sind in aller Schönheit, gebügelt und ausführlich. Jetzt erst mal die letzten Schritte bisher:

Die Ärmel habe ich eingenäht, das war eine kleine Ingenieursleistung, deshalb hier etwas ausführlicher was ich gemacht habe (falls jemand das Ding auch mal näht vielleicht ganz hilfreich).
Ausgangszustand war dieser hier: Die Saumkante ist verstürzt, die Ansatzkante ist offen aber bereits einzeln versäubert. Ich habe markiert bis wohin der Ärmel eingenäht wird (ich beziehe mich im weiteren auf diese Stellen mit dem Sternchen *), etwas weiter als vorgesehen weil ich das „Loch“ unter dem Arm nicht so groß haben wollte.
Ärmel

Ich habe dann Futter und Oberstoff an der Naht aufeinandergelegt und diese Stelle von innen (zwischen den Stofflagen) festgehalten. Dabei liegen die Stoffe so wie sie später auch zusammengenäht werden, also rechts auf rechts (quasi gegeneinander eingeschlagen).
Ärmel

Dann kommt der Trick: Diese Stelle nicht loslassen und „rausziehen“ so dass der Rest des Ärmels ein wildes Kuddelmuddel ergibt.
Ärmel

Dann kann man die Kanten nach rechts und links jeweils bis * weiter aufeinander stecken und diese Naht (immer noch rausgezogen) nähen. Wieder zurückgewendet ergibt das einen Ärmel mit zum Teil offener, zum Teil zugenähter Ansatzkante. Die sollte man jetzt übrigens mal bügeln (nicht so wie hier).
Ärmel

Dann steckt man die noch offene Kante von * bis * an den Armausschnitt, allerdings nur den Oberstoff, das Futter bleibt erst mal lose. Beim Nähen darauf achten, dass die Naht genau an den Enden der eben gemachten Naht beginnt und endet.
Ärmel

Dann erhält man einen schon ganz vertrauenserweckenden Ärmel. Merke: Das Futter ist im oberen Teil noch lose!
Ärmel

Die Nahtzugaben des Vorder- und Rückenteils (nicht des Ärmels) an den mit * markierten Punkten einschneiden. Dann die Nahtzugaben der zuletzt gemachten Naht (Ärmelansatznaht) in Richtung Ärmel falten (bügeln) und das Futter eingeschlagen darauf feststecken (ich habe danach geheftet).
Ärmel

Dann muss noch der restliche Armausschnitt versäubert/verarbeitet/gesäumt werden. Ich habe das mit nach innen gefaltetem Schrägband gemacht. Vorher mussten natürlich die Seitennähte mit Schrägband eingefasst sein. Hier alles in rot geheftet:

Seite innen Ärmel innen

Das nähe ich dann möglichst unsichtbar von Hand fest. Anprobiert habe ich dann noch mal und dabei festgestellt, dass das Gewicht der Ärmel die Schultern vielleicht etwas stark nach unten zieht. Da ist wieder so ein bisschen Schrägschnitt in dem Bereich (weil ich ja den Abnäher an der Schulter entfernt habe und deswegen der Fadenlauf vorne und hinten nicht stimmt). Um also zu verhindern, dass sich das irgendwie ausbeult (so wie die Schultern von Strickpullovern auf Bügeln) habe ich an den Stellen noch ein Band drangesteckt, das fasse ich dann bei den Innennähten mit. Wenn die Puppe richtige Schultern hätte würde man das auch besser erkennen:

Schulter

Dass übrigens das Futter hier so grün-bläulich aussieht liegt vor allem an der Kamera und dem Licht, in Wirklichkeit passen die Farben besser zusammen.

Jetzt ist mir tatsächlich eine gewisse Last von den Schultern gefallen, dass dieses Mammutprojekt vom Nähtisch weg ist. Der Kimono geht jetzt in seinen privaten slow-sew Prozess über, mit eigenem Zeitfenster und Arbeitsplatz, bleibt aber so lange auf der Puppe (die ich für das nächste Projekt nicht brauche, wie praktisch). So kann er langsam Schritt für Schritt fertig werden und blockiert in der Zeit keine anderen Ideen (und davon haben sich eine Menge angesammelt ;)).

Heftzustand

Und mit diesem unbefriedigenden Endstand lasse ich euch jetzt sitzen und melde mich erst wieder (in Sachen Kimono) wenn das ganze Ding fertig ist. :D

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