Das Hurra-Loch : Going Kimono – Teil 8

Irgendwie ist das Projekt gerade in diesem Loch zwischen „hurra, es geht los“ und „hurra, gleich ist es fertig“. Deswegen schleift meine Motivation etwas am Boden. Ich habe inzwischen am zweiten Probeteil weitergemacht und zeige euch auch gleich noch die Fotos vom aktuellen Stand. Dazu habe ich eine ganze Menge Überlegungen angestellt wie es genau weiter geht und was in welcher Reihenfolge gemacht werden sollte. Aber statt mich zu beflügeln lähmt mich das eher.

Mal der Reihe nach. Die Rückseitenfaltenkonstruktion habe ich auch dokumentiert, das ist wohl eher für die interessant die das Ding mal selber nähen wollen. Alle anderen können es ja überscrollen.

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Das ist meine Auslegung, so entsteht die Faltenkonstruktion im Rückenteil. Ich halte mich halbwegs an die Instructions, habe aber einige Stelle nach meiner Erfahrung geändert oder ergänzt.

An P den Abnäher schließen. Dann Punkte R und D jeweils aufeinanderbringen und dazwischen nähen. Aufgemerkt: Die Linie die den Abnäher P teilt verläuft nicht ganz im Bruch der Falte
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Punkte N und T jeweils aufeinanderbringen und dazwischen nähen. (Dass ich die Nahtzugaben daneben auseinander gebügelt habe ist übrigens Murks, ignorieren ;))
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Das übrigen N mit dem schon genähten N zusammenbringen und außerdem die beiden Os. Von N bis zum nächsten Punkt nach oben zunähen und von O abwärts etwa 5 cm. Wie weit generell zugenäht wird hängt wohl auch von Stoff ab. Wer sicher gehen will, dass die Falten fest sind und nicht aufklaffen näht mehr, wer lockere Falten will näht weniger weit.
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M und M aufeinanderbringen und wenige Zentimeter entlang der Linie nähen (maximal bis X). Den Abnäher an Punkt M schließen bis zum ersten Punkt unterhalb der Spitze. Achtung! Der Abnäher wird von außen (von rechts) genäht! Ggf die Linien dafür auch auf die rechte Stoffseite übertragen.
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So sieht das dann von beiden Seiten betrachtet außen aus. Die neue Naht verläuft genau in der Kerbe der vorherigen Naht.
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Und so von innen:
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Punkte G zusammenbringen und bis zum zweiten Punkt von oben zunähen.
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Teil 1 und 2 (Rückenteil und Mittelstück) an der Naht aufeinanderfalten (rechts auf rechts) und von S abwärts bis zum 3. oder 4. Punkt auf der Linie nähen. Genauso an Punkt L vorgehen und einige Zentimeter auf der Linie nach oben zunähen.
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Die Falten werden zur Mitte gelegt. Am Halsausschnitt auf der Nahtzugabe festheften. Bügeln. Alles zusammen ergibt dann folgende Innenansicht (rechts ungebügelt, links gebügelt)
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Beachtet bitte, dass ich hier schon Änderungen am Schnitt gemacht habe, deswegen sieht es beim Originalschnitt minimal anders aus. Aber das Prinzip ist das selbe.
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Das Probeteil hat also jetzt diesen Zustand:
Kimono Kimono
Vorne: Hier sieht man schon einen Punkt der einer Änderung bedarf. Die unteren Vorderteile sind zu schmal, die sollen ja gerade nach unten reichen damit die Blenden schön überlappen. Da werde ich also den Schnitt noch verbreitern müssen. Dazu weiter unten mehr.
Hinten: Schön finde ich wie sich die mittlere Falte im Rücken nach unten gleichmäßig breit fortsetzt. Allerdings sind die Falten dort innen zu breit (überlappen zu weit), da muss ich auch etwas Stoff wegnehmen. Das ist aber eine Kleinigkeit und schnell gemacht.
Was man nicht wirklich erkennt: Die Falten sind nur auf einer Seite eingebügelt, die andere ist „au naturel“ (rechts). Aber auch so benehmen sie sich schon ziemlich gut. Die Mehrweite die da seitlich (vor allem rechts) etwas zu erkennen ist und das ganze so schlabberig aussehen lässt erscheint meiner Erfahrung nach an der Puppe oft, wenn ich das anziehe passt es dann aber.

Kimono Kimono
Hier sitzt das Kleid wieder auf Taille wie es gedacht ist und fällt schön locker. Um das auch später (ohne Nadeln im Rückgrat ;)) zu gewährleisten werde ich vermutlich eine Art Taillenband einnähen, das nicht nur die Innenseiten der Falten an Ort und Stelle hält sondern auch verhindert dass sich der Stoff (der teilweise etwas schräg verläuft) dehnt und die Taille nach unten absackt. Die Taillenlinie habe ich dafür bei einer Anprobe schon mal halbwegs eingezeichnet (auf den Fotos noch nicht).
Schön: Die Seitennaht verläuft immer noch ziemlich gerade. Ein gutes Zeichen.

Kimono
Die Schulter habe ich diesmal mit dem vorgesehenen „offenen“ Abnäher gemacht. Allerdings ist da mittig aus Zuschnittgründen eine Naht drin. Die kann ignoriert werden. Jedenfalls zieht der Abnäher sich für meinen Geschmack zu weit auf. Ich denke ich werde den weglassen und versuchen Vorder-und Rückenteil als eins zuzuschneiden (wenn der Stoff reicht).

 

KimonoWas ich mir auch noch überlege sind Taschen. Ich weiß, dass ich sie brauche. Es könnte natürlich sein, dass das ein riesen Stilbruch oder stilistischer Sakrileg ist. Aber da ich mich schon erdreistet habe die Bluse in ein Kleid zu verwandeln ist es vielleicht sowieso bereits was ganz anderes. Außerdem wäre es nur eine einzige zusätzliche Linie. Ähnlich wie die vom Brustabnäher. Find ich eigentlich ganz in Ordnung. Ich doppel den unteren Teil der Vorderteile einfach und verstürze die Taschen mit dem Vorderteil am Saum. Fast schon zu einfach.

 

Folgendes ist am Probeteil jetzt also noch zu tun:
Die beiden Änderungen (Vorderteile breiter und im Rücken Faltentiefe wegnehmen) müssen im Schnitt markiert werden. Dafür habe ich schon einen Plan.
Kimono Am Rückenteil sowie am rückwärtigen Mittelteil nehme ich verlaufend je 3 cm weg.

Kimono Vorne könnte ich einfach an der Vorderkante ein Dreieck drangeben, oder ich ziehe das Teil wie dargestellt in der Mitte auf. Dann muss ich nicht weiter mit dem Abnäher rumfummeln (hoffe ich). Und es erscheint mir professioneller. Insgesamt brauche ich 12 cm mehr pro Seite.
Ein neues Vorderteil werde ich wohl also mindestens noch zuschneiden müssen.

Dann muss ein Schnittteil für die Taschen gemacht werden (simpel) und zumindest eine Tasche sollte auch mal draufgenäht werden.
Und natürlich die restlichen Teile dran, Ärmel, Streifen und Blende.

 

Dann habe ich mir noch Gedanken über den Saum und die Verarbeitung der Nähte gemacht. Im Rückenteil wird es wohl einen Besatz geben, vorne regelt sich das durch die Taschen fast von selber. Die Ärmel werde ich versuchen unsichtbar von Hand zu säumen, die Ärmelnaht wird französisch. Die Nahtzugaben auf der Innenseite werden dann noch mit Band eingefasst damit das auch gut aussieht. Also viel Handarbeit im Finish. Aber das ist Couture, Baby! :D
Zuerst werde ich mal einen Test mit Hexenstichen auf dem Leinen machen. Ob die auch wirklich unsichtbar sind.

Und zum Verschluss habe ich auch eine Idee: Haken und Augen (Diese Bezeichnung weckt immer ganz unschöne Assoziationen bei mir! Autsch! ;)). Die Augen werden in der Ansatznaht der Blende mitgefasst und die Haken auf die Innenseite der anderen Blende genäht. Allerdings müsste man dann vielleicht wenigstens eine Blendenseite mit Bügeleinlage verstärken. Den Kragenteil möchte ich ungern verstärken, der fällt so schön. Aber im Verschlussbereich wird das Not tun.

Und jetzt habe ich wieder überhaupt keine Lust die ganzen Änderungen noch mal auf das Probeteil draufzubringen. *gääääähn*

5 Gedanken zu „Das Hurra-Loch : Going Kimono – Teil 8

  1. Ich mag es, wie die Falten sich hinten in der Mitte über den Po legen. Als wollte die Bluse wirklich eigentlich ein Kleid sein. Sehr schön, sehr schön.

    Achja.. habe ich heute schon erwähnt, dass du wahnsinnig bist? :)

  2. Wow, das sieht ja schon toll aus, ich kann es kaum erwarten, das fertige Stück zu sehen!
    Wo nimmst du nur die ganze Geduld her? Wenn ich etwas nähe, muss es so einfach sein, dass ich keine Probestücke brauche. Ich bin wohl einfach zu faul, dafür werde ich aber auch nie ein Alexander McQueen Kimonokleid besitzen :)

  3. Also, würde ich mir so eine Arbeit mit einer Klamotte machen, müsste es auf jeden Fall etwas sein, dass ich mindestens einmal die Woche tragen will. *fg*

    Aber: Der Wahnsinn! Ich bin schon sooo gespannt auf das Endergebnis.

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