Meet the Muslin : Going Kimono – Teil 4

Das Probeteil wächst, ich habe inzwischen auch die zweite Hälfte zusammengesetzt. Die allerdings mit der Maschine, nicht von Hand (ich kann ja nicht immer nur vor dem Fernseher hocken ;)).

Das halbe Probeteil
Probeteil Probeteil

Was habe ich gelernt? Bügeln hilft nicht immer. Die Falten fallen anders wenn sie „weich“ bleiben. Und wenn man sie flach liegend glatt bügelt, dann ist das nicht unbedingt die Form die sie am Körper annehmen. An einigen Stellen klafft das dadurch unschön auf. Ich glaube wenn man nicht bügelt würde es „organischer“ fallen. Allerdings ist das nicht der Look des Originals, der mir mit den scharfen Linien auch besser gefällt. Und mal ehrlich: Nicht bügeln ist keine Option für Leinenstoff. Es muss also irgendwie hinzukriegen sein, die Falten so zu fixieren, dass sie auch am Körper ihre Form behalten. Ich tippe darauf, dass man einfach mehr Stellen innen zusammennähen muss. Da bin ich momentan noch dabei.

Probeteil
Man sieht, die Taille rutscht etwas hoch und die Rückseite sitzt dadurch schön locker ohne zu viel aufzubauschen

Ein paar Dinge über die Konstruktion habe ich auch erst bei der zweiten Hälfte kapiert. Da ich aber noch ein weiteres Probestück machen werde (dann mit meinen Änderungen) habe ich also 4 Testläufe, bis dahin sollte ich das Prinzip wirklich verstanden haben. :D

Mit einem Ärmel und der Blende dran sieht das Teil (vor allem an mir) aus als ob ich Judo kann. Nebenbei bemerkt, sind Judoanzüge nicht total schön? Darf man die eigentlich auch zuhause Sonntags auf dem Sofa tragen? Oder ist das ein No-Go? Ich mag diese „knusprig“ abgesteppen Gürtel und Blenden. Aber ich vermute ich würde damit in einem unsportlichen Zusammenhang keine so gute Figur abgeben. Hrm. Zurück zum Thema.

Probeteil Probeteil
Hier sitzt es nicht so großartig in der Taillenregion, die Falten erkennt man auf den Fotos oben besser

Jetzt wo die beiden Hälften zusammen sind kann man auch schon was über die Größe sagen. Ganz genau ist meine Messung nicht, vorne überlappen die Teile und die Taillenlinie ist nicht eingezeichnet. Aber ich denke mit maximal 70 cm Taillenumfang könnte man das tragen. Die habe ich natürlich nicht ;) Aber dass ich das ändern muss war eh klar. Ich habe mir auch schon überlegt wie. Oder eher wo. An die Faltenkonstruktion gehe ich nicht ran, aber weiter außen kann man Weite dazugeben (dazu mehr wenn ich den Papierschnitt ändere). Und 1,5 cm hier oder da verderben die Proportionen noch nicht. Meine Änderungen schreibe ich wie man sieht direkt auf das Probeteil.

Es gefällt mir jedenfalls schon totaaaaal gut. Wunderschöner Schnitt, die lässige Weite im Rücken, die schönen „weichen“ Abnäher, und die untere Saumkante wird wie durch ein Wunder ziemlich gerade. Und diese elegante Taillierung, die macht es erst so gut geeignet für ein Kleid, auch ohne Gürtel.

Probeteil
Das ist übrigens mal ein Blick in die Innenseite

Der kryptisch markierte Punkt auf den Vorderteilen den ich schon erwähnt hatte („MO DIMA DAV“) könnte übrigens wirklich der Brustpunkt sein, zumindest passt das an meiner Puppe optimal. An mir nicht. Egal. Kleinigkeit.

Ich wundere mich nur warum Teil 4 (dieser schmale Einsatz zwischen Vorderteil und Blende) so eine schräg verlaufende untere Kante hat. Die eine Seite ist so lang wie die Vorderteile, die andere wie die (kürzere Seite der) Blende. Könnte auf einen Trick in der Verarbeitung hindeuten, nur dass der sich mir noch nicht erschlossen hat. Aber auch ohne Trick kann mans ganz einfach dazwischennähen und es sieht gut aus. Und irgendwie süß mit der schrägen Kante.
Ein erneuter Blick auf das Laufstegfoto offenbart immerhin, dass Teil 4 tatsächlich länger sein soll als die Vorderteile. Hat glaube ich auch nicht jeder auf den Fotos die ich recherchiert habe so gemacht. Der Unterschied ist auch ziemlich minimal, kann man mit roher Gewalt gut ignorieren.

Und diese „Zipfel“ auf der Rückseite stoßen beim Original zusammen, bei mir nicht. Die Markierungen auf der Rückseite verraten mir auch nicht was ich anders gemacht haben könnte oder wo da noch Weite raus müsste. Aber so dramatisch ist das nicht, da meins ja eh zu einem Kleid verlängert wird.

Ein wenig werde ich jetzt noch an dem Teil rumfummeln, hier und da eine Stecknadel probieren und mir Gedanken über die nötigen Änderungen machen. Wie die genau aussehen erzähle ich dann beim nächsten Mal, wenn ich sie auf den Papierschnitt übertrage.

Ein Gedanke zu „Meet the Muslin : Going Kimono – Teil 4

  1. Ich glaube, Sonntags zuhause auf dem Sofa kann man tragen, was man will… :D Zumindest halte ich es so und hänge meist in den bequemen, aber bei mir sinnentleerten Joggingsachen (weil sehr sportmuffelig) rum, die mir eine Oma zugetragen hat. Demzufolge – solange du nicht mit schreckgeweiteten Augen am sonntäglichen Spiegelbild vorbeiwankst, ist alles bestens. Auch das „so tun als ob“-Judo-Outfit.

    Ich finde im Übrigen die ganze Schnittführung des Kimonos sehr… abenteurlich. Es sieht sehr interessant aus!

    LG
    Sabrina

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