Die Papierschlacht: Going Kimono – Teil 2

Heute geht es um Schritt 3: Schnitt in Originalgröße ausdrucken:

Wenn man sich diese Dateien zum zuhause-Ausdrucken-und-Zusammenkleben mal ansieht stellt man entsetzt fest, dass das insgesamt 50 Blatt werden. Fünfzig Blatt! Die müssen nicht nur alle gedruckt sondern auch geklebt werden. Na gute Nacht, Marie.
Dass das eine derartige Papierschlacht ist liegt vor allem daran, dass die Schnittteile nicht wie von den Schnittbögen aus Nähheften bekannt überlappen sondern nebeneinander gedruckt werden. Klar, das sind ja auch originale Papierschnitte die da eingescannt wurden, nehme ich an.

Jedenfalls, ich habe nicht 50 Seiten gedruckt sondern nur 16 weil ich die Schnittteile übereinander gelegt habe und so mit einer Größe von 4 x 4 Seiten DIN A4 ausgekommen bin. Wie das? In Photoshop das pdf für den Copyshop öffnen, dann kann man die „Bilder“ einzeln rausziehen, das sind die einzelnen Schnittteile. Die habe ich dann in einer neuen Datei transparent übereinander gelegt („multiplizieren“), zur besseren Unterscheidung verschieden eingefärbt und das ganze dann wieder in druckbare Einzelteile zerlegt. Dabei sind meine Seiten nicht ganz DIN A4 groß sondern ein paar cm kleiner, damit der Drucker nichts abschneidet und man bessere Ränder zum Kleben hat.

16 Blatt ausgelegt…
16 Blatt

…und geklebt
16 Blatt

Wenn man dann also 16 Seiten gedruckt und geklebt hat (eine Arbeit die ich gar nicht mag) muss man die einzelnen Schnittteile natürlich noch mal abzeichnen, weil mans ja nicht zerschneiden kann. Aber da ich so eine unangetastete „Sicherungskopie“ des Originalschnitts behalte und den abgezeichneten Schnitt direkt verändern kann bietet sich das sogar an.

Auch das ist schon erledigt. Schnitt abzeichnen macht mir sogar Spaß. Schnitt auf Stoff übertragen dagegen nicht, obwohl es ja eigentlich fast die selbe Arbeit ist. Keine Ahnung. Aber das ist dann auch der nächste Schritt, den Schnitt auf Probestoff zu übertragen.

Sieht schon mal nach einem Schlachtplan aus, was?
Schlachtplan

Noch ein paar ungeklärte Phänomene die mir beim Hantieren mit dem Schnitt aufgefallen sind:
– Auf dem Vorderteil ist eine Markierung an der ein B steht, die aber in den Instructions nirgends erwähnt wird. Ich weiß nicht was ich daraus machen soll, zumal auch auf den Fotos von der Klamotte keine Falte oder Naht an der Stelle zu sehen ist. Könnte eine Ansatzmarkierung für eine Tasche sein, nur dass da gar keine drauf ist. Rätsel. Mal sehen ob sich das noch löst, sonst ignoriere ich B einfach.
– Übrigens sind die Schnittteile italienisch beschriftet. In einer schlecht lesbaren Font. Und da gibt es noch einen Punkt irgendwo auf Brusthöhe der mit MO DIMA DAV (oder so ähnlich…) markiert ist. „Dima“ bedeutet soviel wie Schablone oder Lehre, das sagt mir aber auch nicht viel mehr. Vielleicht der Brustpunkt? Wird sich am Probeteil zeigen.
– Und noch etwas erstaunliches: Vorder- und Rückenteil sind an der Schulter verbunden, allerdings befindet sich dort (statt einer Schulternaht) ein Abnäher. Der geht durch das ganze Teil durch, nur die Nahtzugabe hält also die beiden Stücke zusammen. Warum man da nicht zwei Teile draus gemacht hat ist mir schleierhaft. Ist das der Konstruktionsprozess? Oder weil Kimonos traditionell keine Schulternähte haben? Hm. Ich habe jetzt aus Praktikabilität zwei Teile gezeichnet, anders lässt sich das später als Kleid eh kaum zuschneiden.

Und eine aktualisierte Liste:

  1. So viele Informationen wie möglich sammeln Check
  2. Schnitt in Miniatur ausdrucken und damit rumfummeln um die grundsätzliche Konstruktion zu verstehen Check
  3. Schnitt in Originalgröße ausdrucken (+ kleben + abzeichnen) Check
  4. Materialien besorgen
  5. Probeteil ohne Änderungen nähen
  6. Änderungen festlegen und Schnitt anpassen
  7. Ggf noch ein angepasstes Probeteil nähen und Änderungen überprüfen/überarbeiten
  8. Richtiges Teil nähen

2 Gedanken zu „Die Papierschlacht: Going Kimono – Teil 2

  1. Also deine Makierung B könnte für eine naht stehen…
    Im Edo Zeitalter im alten Japan Gab es damals nicht genug stoff(weil zu teuer) und diese Naht sollte das problehm lösen.
    Bei deinem Abnäher an der Schulter bin ich mir nicht sicher.. soweit ich weiß haben traditionelle (wirklich traditionelle) Gheisha Kimonos ( nein es sind keine Prostituierten!! ) dort keine naht damit die schultern schön schmal sind.. so ensteht auch dir typische Kimono form mit den schmalen schultern und den weiten ärmeln..

    übrigens tolle blog hab ihn erst kürzlich entdeckt *_*
    Yu~

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