Bella Italia

Das ist interessant von euren Erfahrungen mit der mia Boutique zu hören. Die italienischen Größen sind tatsächlich erst mal abschreckend. Wenn ich meine ehrlichen Maße angebe (und das biete sich an wenns nachher passen soll…) erstreckt sich das über 4 Kleidergrößen (bei Burda sind es nur 2). Irgendwie habe ich keine italienische Taille.
Aber gut dass ich ein untailliertes Kleidchen ausgesucht habe! Ich habe die Schulter-/Brustpartie eine Nummer kleiner gezeichnet als den Rockteil, im Nachhinein betrachtet hätte ich auch einfach komplett die kleinere Größe nähen können, aber das liegt wohl daran, dass das Kleid einfach locker sitzt. Bei einem richtig figurangepasstem Stück hätte ich erst mal die Taillenmaße auf dem Schnitt ausgemessen, wenn die wirklich so zierlich sind dann muss man da ganz schön was ändern.

Miniabito fertig

Die Markierungen auf dem Schnitt sind auch andere als bei Burda aber durchaus auch ohne Anleitung nachvollziehbar. Aber was rede ich, das Kleid besteht aus drei Schnittteilen, das ist keine Kunst. Die Anleitung habe ich dann auch weiterhin ignoriert, kam (trotzdem oder auch deswegen) flott und problemlos zusammen. Die Maschine mochte den Jersey nicht und ich habe keine Zwillingsnadel (ja, Soda ich werde eine kaufen, ich sehe es ein) deswegen ist die Saumnaht nicht wirklich hübsch, aber ansonsten gings super. Bis auf das Loch das ich beim Fadenabschneiden ins Vorderteil gepiekt und unprofessionell geflickt habe.

Miniabito fertig

Das aufgesetzte Motivteil aus dem Tshirt habe ich mit viel Ausmessen ohne Beachtung der Markierungen im Schnitt aufgelegt und nur mit elastischem Geradstich ohne weitere Versäuberungsaktionen aufgenäht. So rollen sich die Kanten ein wenig was ein ganz schöner Look ist, finde ich (wenn ich sowas schreibe klingt das immer nach Rechtfertigung, aber es gefällt mir *wirklich* und war so geplant). Die Ärmel bekommen keine Nahtzugabe (oder zumindest habe ich das so interpretiert) und werden einfach aufgekrempelt und von Hand fixiert. Mein Jersey hat genug Charakter um in so einer Situation nicht auszufransen oder nach der ersten Wäsche verzogen und ausgeleiert rumzuhängen, deswegen war das mit wenigen Stichen getan. Und der Halsausschnitt hat ein Bündchen das eigentlich ein Einfassstreifen sein soll, aber mal ehrlich, Einfassstreifen aus Jersey machen auch nicht so richtig Spaß, oder?

Miniabito fertig

Und dann habe ich ja noch den Gürtel gemacht, womit das dann schon fast ein mia Boutique Cosplay wird. Fehlt eigentlich nur noch eine schimmelige Mütze (habe mich noch nicht entschieden ob ich die süß oder scheußlich finde), etwas übergroßer Modeschmuck und ein Bobschnitt. :D

Ich hatte nur noch genug Lederimitat für die Vorderseite also habe ich die Rückseite aus einem anderen Stoff geschnitten, einfacher fester Baumwollstoff. Das hat sich als Glücksgriff herausgestellt, weil der Gürtel so auf dem Jersey nicht runterrutscht auch wenn er tief auf Hüfte hängt. Mit Lederinnenseite wäre das sicher rutschiger. Ja, was soll ich dazu noch sagen? Ein Rechteck mit Schnalle und Ösen. Fertig.

Miniabito fertig
(Hier sieht man auch mal das Blackmetal-Muster vom Tshirt ganz gut. Wobei mir gerade aufgefallen ist, dass das kleine Motiv an der Unterkante fast wie das Slipknot-Logo aussieht. Nicht dass ich ein Fan wäre. Und der Text um das Pik ist „Unholy Lover“. Ahem. Zum Glück schlecht zu lesen. :D)

Mein Jersey ist im Gegensatz zu dem auf dem Foto im Heft recht schwer deswegen tendiert mein Miniabito mehr Richtung Erdboden, sprich es würde vermutlich beim Tragen etwas aushängen wenn da nicht der Gürtel einschreiten und die Sache zusammenhalten würde. Aber auch ungegürtet ein echt süßes Kleidchen. Davon könnte ich mehr gebrauchen. Kann man sicher auch super mit Schablonenmotiven verzieren oder so. Und schmale Hose zu weitem Kleid/Shirt ist im Moment sowieso mein Lieblingslook.

 

Fazit: Das erste mia Boutique Teil war ein voller Erfolg und ist bereits ein aktuelles Lieblingsteil in meiner Garderobe. Das liegt sicher auch an dem Schnitt, der ist wirklich (um einen Mathelehrer von mir zu zitieren) „embryonal“ einfach. Fehleranfälligere und/oder komplexere Teile stehen auf einem anderen Blatt.

Allerdings habe ich mir schon einen solchen möglichen nächsten Kandidaten aus dem Heft ausgeguckt. Immer noch nichts tailliertes, insofern wieder kein Größenproblem. Dafür mit aufwändigerer Verarbeitung für die ich vielleicht doch ein paar Zeilen Anleitung übersetzen muss. Aber eine Liste mit italienischen Nähbegriffen habe ich bereits angelegt (falls jemand sie braucht… ich könnte es abtippen).

Camicione

Wieder meine Freundin mit dem Bobschnitt, diesmal in einem Hemdblusenkleid mit Rüschen (Rüschen! Icke! Aber diese gefallen mir wirklich mal ganz gut). Es ist kürzer-als-knielang (erkennt man auf diesem Foto nicht) und es hat Taschen. Und wieder solche schönen gekrempelten Ärmel. Und der aus dem selben Stoff geflochtene Gürtel dazu ist entweder total achtziger oder ziemlich schön. Oder beides. Stell ich mir jedenfalls als schönes Sommerkleid vor. Aus einem dünnen weichen Baumwollstoff, vielleicht mit etwas Struktur. Warum sind die eigentlich immer so schwer zu finden?

7 Gedanken zu „Bella Italia

  1. Wow, das ist ja echt toll geworden. Das Original fand ich ehrlich gesagt nicht so töfte, aber deine Version könnte ich glatt klauen. Ich finde es ohne Gürtel sogar noch schöner.

  2. Wundervoll! Oft wirken ausgeschnittene und woanders aufgenähte Motive stark nach Notlösung, aber hier ist alles stimmig. Der Ausschnitt ist gefällt mir auch sehr gut.
    Ich überlege schon, welches meiner alten Bandshirt sich eignen würde…

  3. Okay, der Plan sieht wie folgt aus: Dienstag gehen wir auf den Markt, ich kaufe ganz viel Jersey und dann muss ich auch Miniabito nähen! me heart it!

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