Going Kimono

Ich habe das schon im Forum als WIP-Thread gestartet deswegen will ich es auch hier nicht verheimlichen. Ein Großprojekt! Yay!

Und zwar. Ein Kimonokleid steht ja schon länger auf meiner Liste. Das wäre im Prinzip auch alles andere als aufwändig oder Großprojekt. Neulich fiel mir aber dieser komplexe Alexander McQueen Schnitt von Showstudio wieder in die Hände. Mit dem liebäugel ich schon länger. Ich denke es ist Zeit. :)

Ich plane aus der Bluse ein Kleid zu machen, auch wenn es vielleicht ein Sakrileg ist so ein Designerstück zu verändern. :D Eventuell mache ich sogar noch einen Gürtel dazu, falls das nicht die ganze Linienführung kaputt macht. Werden wir dann sehen.
Auf jeden Fall werde ich versuchen meine Erfahrungen so ausführlich wie möglich zu schildern, vielleicht hilft das ja anderen weiter. Wer sich übrigens anschließen möchte ist herzlich eingeladen, ich teile meine Erkenntnisse gerne.
Für alle die kein Interesse an dem Schnitt haben wirds vielleicht teilweise etwas dröge, aber dann scrollt ihr eben nur über die Bilder*. ;)

Das ist mein Entwurf soweit, wobei die Falten und Linien nur nach bestem Wissen und Gewissen eingezeichnet sind, eine technische Zeichnung dazu gibt es natürlich nicht.
Entwurf
Ein pseudojapanisches Wasserzeichen, ja ja. :D Japanischkönner mögen mir das Gekrakel verzeihen.

Meine angedachte Reihenfolge der Arbeitsschritte sieht so aus:

  1. So viele Informationen wie möglich sammeln Check
  2. Schnitt in Miniatur ausdrucken und damit rumfummeln um die grundsätzliche Konstruktion zu verstehen Check
  3. Schnitt in Originalgröße ausdrucken
  4. Materialien besorgen
  5. Probeteil ohne Änderungen nähen
  6. Änderungen festlegen und Schnitt anpassen
  7. Ggf noch ein angepasstes Probeteil nähen und Änderungen überprüfen/überarbeiten
  8. Richtiges Teil nähen

Schritt 1 kann sich lange hinziehen. Ich habe eine ganze Menge Kram gefunden, allerdings nicht eine einzige wirklich hilfreiche Dokumentation. Wie schaffen die Leute es nur jedesmal die wichtigen Informationen zu verschweigen? Wenn ich trotzdem feststelle, dass eine Quelle irgendwie hilfreich ist, werde ich das dann natürlich entsprechend verlinken. Dann habe ich noch Fotos von etwa 17 verschiedenen Versionen gefunden. Schön zu sehen wie verschieden man den Schnitt umsetzen kann und dass er doch irgendwie bei jedem anders fällt oder sitzt. Falls jemand Interesse daran hat für eigene Recherche kann ich die auch mal verlinken.

Schritt 2 habe ich auch schon erledigt. Eine Datei ist dabei für den Ausdruck im Copyshop, die habe ich einfach auf Din A4 gedruckt, das sind etwa 24%. Dann habe ich die Teile ausgeschnitten und mit Hilfe der „Instructions“ aneinandergelegt, geprüft wo welche Punkte zusammen kommen und wo Abnäher sind. Das Grundprinzip ist mir jetzt klar, alle Teile sind zugeordnet, die Details kläre ich dann beim Probeteil.
Aber dabei ist mir aufgefallen, dass im Schnitt aller Vermutung nach bereits eine Nahtzugabe von 1cm enthalten ist. Auch wieder so ein Punkt der nirgends erwähnt ist. Schön dass ich das jetzt schon gemerkt habe.
Auch das Zeichnen des Teils hilft mir immer viel weiter, hier habe ich aus eine Menge von Fotos die vermutete Faltenkonfiguration rausgefummelt.

 

*Apropos: Niemand mag es wenn seine Beiträge nur nach Fotos abgesucht werden und der Text keine Aufmerksamkeit erhält. Klar. Ich gebe zu, manchmal „lese“ ich auch so. Auch wenn ich festgestellt habe, dass ich mehr davon habe wenn ich mir die Mühe mache den Text in Ruhe zu lesen und nicht nur zu überfliegen. Das hinterlässt irgendwie so ein schales Gefühl. Außerdem passieren so auch manchmal ungewollt komische Sachen: Als ich meinen Latzrock im Forum vorgestellt habe hatte ich zuerst die Fotos von dem fertigen Teil und darunter noch ein Bild von der Innenansicht. Und wenn ich dann als Kommentar sowas wie „Der erste Rock ist total schön“ kriege frage ich mich ernsthaft was die Leute so denken. Was soll der „zweite Rock“ denn dann bitte sein? Dieses wirre bunte Ding traut man mir als Kleidungsstück zu? Wie oberflächlich kann man etwas lesen wenn man sich sogar die Mühe macht zu kommentieren? Hat mich jedenfalls sehr schmunzeln lassen. :D

9 Gedanken zu „Going Kimono

  1. Die Bilder der McQueen Bluse haben mich immer zurückgeschreckt, aber das was du daraus planst hört sich Klasse an. Ich bin gespannt wie das mit den Falten wirkt.
    Ist vlt ne doofe Frage, aber womit zeichnest du deine Skizzen? (Schaut aus wie mit einem Grafikprogramm)

    Grüße

  2. Das klingt sehr spannend und als Kleid gefällt mir der Schnitt noch besser als im Original.

    Ich find es übrigens toll, dass du deine Schritte bei Projekten ausführlich erklärst und nicht nur bunte Bilder von fertigen Sachen reinstellst (was nicht gegen die Bilder gerichtet ist ;-) )

    Bin gespannt, wie es weitergeht :-)

    Liebe Grüße
    Appelgripsch

  3. Ja, ich finde es auch schade, wenn man die Posts nur noch nach Bildern absucht. Ich mache das meist so, dass ich erst die Bilder anschaue ^^ und dann das ganze noch einmal durchlese. Allerdings traue ich mich fast nicht, irgendeinen Eintrag (ob Blog oder WiP) oder Bilder zu machen :S
    Was ich dich schon immer mal fragen wollte (über euch selbst steht ja noch nichts auf der Hauptseite): Wie und wo hast du eigentlich das Nähen gelernt? Was machst du generell beruflich?

    LG Sewing-Sue

    1. @sewing-sue: Eigentlich sollte der „About“-Teil auf der Page schon längst mal aktualisiert sein. Schande über mich.
      Aber zu deiner Frage: Ich hab das überhaupt nicht „gelernt“ in dem Sinne. Also kein Kurs oder Bücher oder so (ich habe bis heute überhaupt kein klassisches Nähbuch). Ich hab einfach angefangen, natürlich am Anfang viel Schrott produziert, viel ausprobiert, und mit der Zeit sind die Sachen dann immer ordentlicher und fehlerfreier und ich immer mutig geworden. Mache ich aber jetzt auch schon ~10 Jahre. Beruflich habe ich damit nichts zu tun, da bin ich Informatikerin. :)

  4. Oh toll, ein Großprojekt. Ich ziehe mit einer Tasse Tee ein. Besonders gespannt bin ich darauf, wie du die Änderungen vom Probeteil auf den Schnitt „zurücküberträgst“ – da stehe ich regelmäßig vor einem Bahnhof bzw. lasse das Probeteil dann gleich. Einfach, weil ich nicht weiß, wie ich die Änderungen danach _richtig_ im Schnitt umsetzen soll.

  5. Ehrlich gesagt sehe ich grade gar keine Ähnlichkeit zwischen den Fotos von Alexander McQueen und deiner Zeichnung. Wobei mir letztere aber besser gefällt. Was ja immerhin positiv ist.

    Mal gucken wies weitergeht *tee einschenk*

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