Schnee in Weißensee

Passend zum trüben Wetter heute ein paar winterlich-düstere Deprifotos. Die Bilder gehören zu meinen ältesten fotografischen Versuchen.

Jüdischer Friedhof Weißensee, 2001

Es muss so um das Jahr 2000 gewesen sein, dass ich mir die alte Praktica FX3 von meinem Vater ausgeliehen habe und anfing gezielt zu fotografieren. Später habe ich mir dann eine eigene Kamera gekauft, eine Praktica MTL5. Die war toll. Komplett mechanisch, da habe ich viel gelernt. Und das wunderschöne Geräusch beim Auslösen, wenn der Spiegel mit einem satten blopp herunterklappt, der Schlitzverschluss ratsch über das Bild jagt, und danach das metallische Knacken und Schnarren des Spannhebels… Es gibt sicher viele gute Gründe für moderne Digitalkameras, aber akustisch ist Analogfotografie kaum zu schlagen.

Jüdischer Friedhof Weißensee, 2001

Schnee in Neukölln, 2001

Fotografiert habe ich im März 2001 auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee (muss ein langer Winter gewesen sein wenn im März noch so viel Schnee lag). Gescannt habe ich die Fotos 2002, technisch also nicht unbedingt auf dem neusten Stand. Sie sind unsauber geschnitten, nicht ganz scharf, körnig, der Kontrast fehlt, aber gerade das Unperfekte macht für mich einen großen Teil des Charmes aus. Was ihr hier seht ist also direkt aus der Kamera bzw dem Scanner.

Jüdischer Friedhof Weißensee, 2001

Jüdischer Friedhof Weißensee, 2001

Bilder zu sichten, die so alt sind und die ich heute vermutlich ganz anders machen würde, ist ein wenig wie die Arbeiten eines Fremden zu betrachten. Ich bin damit deutlich weniger kritisch als mit meinen aktuellen Werken.

3 Gedanken zu „Schnee in Weißensee

  1. Schöne Fotos, gerade jetzt wo der Winter langsam beginnt.
    Ich wollte noch anmerken wie toll ich es finde, dass du auf deinem neuen Blog wieder so oft Fotos zeigst. Deinen alten Fotoblog habe ich sehr gern gelesen.

  2. Deine Fotoposts sind jedes Mal eine Freude, du hast einen so tollen Blick für Motive und farbliche Details. Okay, letzteres kommt bei diesem Post jetzt nicht so sehr heraus. ;)
    Gerade durch die Unperfektheit kommt die Friedhofsästhetik der Bilder viel besser zur Geltung, finde ich.

  3. Die erinnern mich total an meine ersten Fotografie-Versuche mit der analogen Spiegelreflex von meinem Vater, die waren nämlich auch im Winter. Die düstere Friedhofsstimmung find ich gerade so perfekt eingefangen.
    Ich freu mich auch auf mehr Fotobeiträge ;)

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