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Eigentlich fertig


Musik
Darkthrone - Tundra Leech
Stimmung
Freu mich aufs Wochenende

So problemlos wie die Hose zusammen gekommen ist, so schwierig gestaltete sich das Oberteil. Das Probeteil sah ja bis auf die Weite und Kleinigkeiten an den Abnähern schon ziemlich gut aus. Ich habe mich dann noch eine Weile mit Designentscheidungen herum geschlagen und beschlossen, dass der Halsausschnitt deutlich flacher sein soll. Ist irgendwie eleganter. Auf der Rückseite befindet sich deswegen jetzt eine Mittelnaht mit einem kleinen Schlitz, damit man den engeren Ausschnitt noch über den Kopf ziehen kann.

Das war alles kein Problem, auch das Einfassen der Armausschnitte ging. Obwohl mir erst jetzt auffiel, dass ich beim Probeteil dort mit einer falschen Nahtzugabe gearbeitet hatte, 16mm statt der vorgesehenen 6mm. Eigentlich sind die Armausschnitte also 1cm enger. Das habe ich jetzt berichtigt. Sogar die Fummelei mit dem extra schmalen Schrägband war machbar. Das übliche Schrägband das bei uns verkauft wird ist aus 4cm breitem Band gefaltet. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das in der Anleitung verwendete aber nur 2,5cm breit (1 inch). Das ist schon… schmal. Ich habe Streifen aus dem Viskosestoff geschnitten, aber zurecht bügeln ließen sie sich nicht (also so gefaltet, wie Schrägband halt sein soll). Ich habe dann mit einer Heftnaht die Stelle markiert an der die Kante auf der Innenseite eingeschlagen wird. Die andere Kante wird an den Armausschnitt genäht, dann wird das Band nach innen umgebügelt und kann entlang der Heftnaht schön gleichmäßig untergeschlagen werden.

Zwischenstand
Armausschnitte sind geheftet, der Rest ist kreatives Chaos.

Die Abnäher habe ich diesmal flacher auslaufen lassen, sie liegen dadurch viel besser. Als ich das Teil dann anprobiert habe um die endgültige Weite festzulegen, stellt sich trotzdem eine gewisse Ernüchterung ein. Die Abnäher saßen deutlich zu tief. Whaaat?! Warum habe ich das denn beim Probeteil nicht gesehen?
Zum einen liegt das am kleinteilig gemusterten Stoff, der lässt viele Details einfach verschwinden. Zum anderen – vielleicht entscheidender in diesem Fall – sind die beiden Stoffe einfach zu verschieden. Ich hatte nicht erwartet, dass das einen derartigen Unterschied macht, aber tatsächlich. Das Probeteil ist aus einem ganz leichten Kunstfaserstoff. Die Viskose ist deutlich schwerer und fließender. Deswegen fällt das „richtige“ Teil glatt und gerade runter, während sich das Probeteil bauscht. Und deswegen sitzen auch die Abnäher (wo)anders. Zuerst habe ich mich geärgert, aber mit etwas Abstand finde ich es eher faszinierend, die unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Stoffe zu beobachten, die ich ursprünglich für recht ähnlich gehalten hatte.

Zwischenstand
Badezimmerspiegelselfie mit Abnähersituation.

Das Ende vom Lied war also, dass ich die Abnäher noch mal versetzt habe, 2cm nach oben (hätte vielleicht sogar noch etwas mehr sein dürfen). Eine Fummelarbeit. Aber Geduld ist bei diesem Material sowieso das Gebot der Stunde. Außerdem habe ich die Abnäher statt nach unten, nach oben gebügelt. Bei diesem fließenden Stoff sorgt das für einen schöneren Fall. Das ist aber einfach Versuch und Irrtum, keine Schneiderweisheit.

Zwischenstand
An der Puppe sitzen die Abnäher immer zu tief, das sagt nix aus.

Nachdem das also geklärt war habe ich die Seitennähte noch etwas angepasst. Ich hätte wirklich mindestens eine Größe kleiner nehmen können, am Armausschnitt habe ich insgesamt 8cm weg genommen, an der Taille 12cm. Wäre das kein Teil eines festlichen Outfits, hätte ich das Top lockerer gelassen und mich einen Deubel um die Armausschnitte geschert. Aber hier soll’s mal ganz korrekt sein.

Schlitz

Beim Verschluss auf der Rückseite habe ich eine winzige Stoffschlaufe genäht (dieser Trick hilft) und sie von Hand befestigt. Dazu ein niedlicher Knopf und fertig.

Oberteil

Oberteil

Oberteil
Ups. Also keinen BH mit gekreuzten Trägern dazu tragen. Notiert.

Fazit: Mit dem Sorbetto-Schnitt hatte ich so meine Schwierigkeiten. Ich bin auch mit den Änderungen noch nicht wirklich überzeugt (vor allem die Abnäher sind immer noch nicht optimal). In Zukunft werde ich vielleicht doch lieber meinen eigenen Grundschnitt anpassen.

Nichtsdestotrotz finde ich das grüne Top prinzipiell gut. Auch wenn es mich schon etwas in den Fingern juckt, noch ein anderes zu nähen. Eins mit kleinen Ärmeln. Ich habe noch einen Rest schwarze Viskose, wenn der reicht ist das vielleicht einen Versuch wert. Aber zuerst brauche ich mal eine Pause von dem ganzen Viskosestoff.

Oberteil + Hose
Wenn die Hose gesäumt ist gibt’s noch mal einen Beitrag mit dem ganzen Outfit. Dann vielleicht auch mal gebügelt.

Zusammenfassung

Schnitt: „Sorbetto“ von Colette Patterns
Änderungen: Abnäher nach oben versetzt, Weite rausgenommen, Halsausschnitt vorne flacher, Schlitzverschluss auf der Rückseite
Material: 0,7m Viskosekrepp

2 Comments

  1. Ich finde die Lösung hinten sehr schön! Ärgerlich, dass das mit den Abnähern so gar nicht gepasst hat – aber dann auch wieder nicht, weil es jetzt doch sehr gut passt!

  2. Thalea Thalea

    Super schön geworden. Die Farbe macht mich auch total an.
    Deine konkret in Worte gefassten Vergleiche der verschiedenen Stoffe find ich spannend – mir fällt sowas zwar durchaus dann auf, beim arbeiten, aber dann wirklich zu erklären, was die Unterschiede sind, find ich schwer.

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